Soziale Arbeit studieren

Du bist bestimmt auf unsere Website gekommen, weil du dich über das Bachelor-Studium der sozialen Arbeit, häufig auch einfach mit Sozialpädagogik gleichgesetzt, informieren möchtest oder schon weißt, dass du soziale Arbeit studieren wirst. In diesem Artikel wollen wir dir nun hilfreiche Facts über das Studium, den Aufbau und mögliche Hochschulen geben, die dir die Studienwahl erleichtern sollen. Am Ende des Beitrags findest du noch ein Video von Andrea Morgenstern, die Soziale Arbeit im B.A. studiert hat und bei Youtube über ihre Erfahrungen berichtet. Wenn ihr also lieber videos schaut als Texte lest, überspringt einfach den folgenden Abschnitt. 🙂

Was ist Soziale Arbeit?

Sozialarbeiter bieten benachteiligten Menschen, z.B. in Krisensituationen, Hilfe zur Selbsthilfe. Durch Traumata oder Diskriminierung geraten Menschen häufig in Krisen, die sie zusätzlich aus der Gesellschaft ausschließen. Denke zum Beispiel an den Obdachlosen, der durch Alkoholismus seinen Job, seine Familie und alles andere verloren hat und nun auf der Straße lebt. Aber auch an Migranten, die in Ghettos am Rande der Stadt leben (müssen) und wegen Sprachbarrieren und Arbeitslosigkeit keinen Platz in der „normalen“ Gesellschaft finden (Parallelgesellschaften), Jugendliche die in eine „falsche“ Klique geraten und aus Gruppenzugehörigkeit anfangen Drogen zu nehmen. Ein momentan in der Debatte sehr präsentes Beispiel ist auch die Integration von körperlich behinderten Kindern, Inklusion genannt.

Unterscheid zwischen sozialer Arbeit und Sozialpädagogik?

Im Studium der Sozialen Arbeit lernt ihr in den s.g. Grundlagenmodulen, i.d.R. die ersten drei Semester, viel über die Entstehungsgeschichte der sozialen Arbeit. Die Sozialarbeit ist aus der Armenfürsorge, d.h. caritativen Arbeit, entstanden. Sozialpädagogik dagegen aus der Jugendfürsorge, d.h. Bildung. Allerdings geht es bei Fürsorge nicht um Pflege (d.h. körperliche Aspekte), sondern um rechtliche, institutionelle und psychologische. Sozialarbeiter sind so etwas wie das Bindeglied zwischen gesellschaftlich Ausgegrenzten und der Gesellschaft. Sie zeigen Wege auf, wieder in die Gesellschaft zu finden und nehmen dazu öffentliche Programme (des Staates) auf. Sozialarbeiter verfügen über ein umfangreiches rechtliches, sozialwissenschaftliches und psychologisches Wissen! Sozialpädagogen dagegen sind spezieller in der Erziehung und Bildung geschult. Je nach Hochschule ist die Spezialisierung zu beachten! Schaut deshalb unbedingt in die Studienverläufe und Modulbeschreibungen.


Studieninhalte

Zur Veranschaulichung dient die Beschreibung der HAW Hamburg, die den Anspruch hat, sowohl Sozialarbeiter als auch Sozialpädagogen auszubilden (je nach persönlichem Gusto). In den ersten vier Semestern liegt der Schwerpunkt auf der Grundlagenvermittlung in der Sozialen Arbeit, Recht, Erziehungswissenschaft, Psychologie und Sozialwissenschaften. Die Studierenden wählen einen Studienschwerpunkt (3. bis 5. Semester), in dem sie die Grundlagen der Sozialen Arbeit erweitern und vertiefen. Im 5. Semester ist ein Vollzeitpraktikum mit begleitenden Theorieseminaren angesiedelt. Mögliche Schwerpunkte sind:

Gesundheit, Prävention und Rehabilitation
Existenzsicherung, Resozialisierung und Integration
Kinder-, Jugend- und Familienarbeit
Kultur-, Bildungs- und Stadtteilarbeit

Mehr allgemeine Infos zum Studienaufbau findest du hier.

Häufige Arbeitsfelder

Für Sozialarbeiter und Sozialpädagogen gibt es keine exklusiven Berufsbilder wie für Juristen oder Mediziner. Einerseits gibt es dadurch viel Konkurrenz zwischen Absolventen – auch anderer Studiengänge – und andererseits eröffnen sich dir dadurch allerhand Möglichkeiten, wo du später arbeiten kannst. Sozialarbeiter sind zum Beispiel besonders häufig in folgenden Bereichen aktiv:

Bewerbungsgespräche statt Abiturnote?

Viele Hochschulen, die sich vor allem auf Soziale Arbeit oder sozialpädagogische Studiengänge spezialisiert haben, legen viel mehr Wert auf die Auswahl der Studierendenbewerber, als normale Universitäten. Neben dem NC, der oft die Hälfte des Kuchens ausmacht, werden Bewerber mit „schlechterem“ Notendurchschnitt oder gleich alle im Vorfeld zu Bewerbungsgesprächen in die Hochschule eingeladen. In einem 5 bis 15 minütigen Gespräch werden kurze Fragen zur eigenen Motivation gestellt. Hier geht es darum, dass du dir vorher Gedanken gemacht hast, warum Soziale Arbeit und warum gerade an der Hochschule. Ein Blick in den Studienverlaufsplan und die Modulbeschreibungen (die findest du immer auf der Website der Uni), ist also ein absolutes Muss! An manchen Unis und Hochschulen sind dagegen nur Motivationsschreiben oder Lebensläufe einzureichen, die aber den Weg hin zur Sozialen Arbeit erkennen lassen. Deshalb lohnt sich für Abiturienten zum Beispiel ein freiwilliges und studiennahes Praktikum in dem Bereich, bevor man sich bewirbt. Auch zur Festigung des Berufs- und Studienwunsches ist das absolut zu empfehlen! Achja: cool bleiben. Du bist nicht die/der einzige, die/der aufgeregt ist 😉


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